Zwei haben ihre Olympiafahrkarten gelöst
Sports | 19.12.2011 - 23:01:23
Eine Dame und zwei Herren fahren auf alle Fälle nach London. Brugger im Laser Radial sowie Marazzi und De Maria haben sich für die Olympischen Spiele 2012 qualifiziert.
Nathalie Brugger, die Laser Radial Seglerin aus Estavayer-le-Lac, erreichte zwei wichtige Etappenziele. Indem sie in der Nationenwertung einen 11. Rang ersegelte, sicherte sie dem Laser Radial für den kommenden Sommer in London einen Startplatz und erfüllte damit die Selektionskriterien von Swiss Olympic.
„Für mich haben diese Weltmeisterschaften nicht optimal begonnen, da ich zu Beginn mit den schwierigen Windbedingungen nicht gut umgehen konnte“, sagt sie. „Doch jetzt bin ich ziemlich zufrieden, denn anlässlich der letzten beiden Wettfahrten gelang es mir, auf meinem Niveau zu segeln und mich gegenüber den momentan besten Regattaseglern der Welt zu behaupten.“
Eine Qualifikation „auf den Punkt“ gelang dem Duo Flavio Marazzi und Enrico De Maria, die bis zum allerletzten Lauf extrem hart kämpfen mussten. Zweimalig mit einer Disqualifikation wegen „Rocking“ gestraft, da sie ihren Star zu sehr „geschaukelt“ hatten, erreichten sie schliesslich den 11. Nationenrang im Gesamtklassement (die besten 12 qualifizierten sich). Mission erfüllt.

Die Mehrheit der Schweizer ist allerdings nicht gerade optimal in die WM hinein gestartet, sich aber von Lauf zu Lauf verbessert. Der Windsurfer Richi Stauffacher bildete keine Ausnahme. Auch er musste bis zum allerletzten Wettfahrttag kämpfen und beendete die Meisterschaft schließlich auf dem 21. Platz. Damit brachte er die Schweiz unter die besten 14 Nationen. Ähnlich sieht es für Yannick Brauchli und Romuald Hausser bei den 470ern aus. Sie profitierten von der Disqualifikation eines Gegners und konnten so den letzten Platz (in der Nationenwertung) ergattern. Sie klassierten sich auf dem 26. Schlussplatz und als 18. beste Nation.

Die grösste Überraschung im Hinblick auf das Gesamtklassement gelang dem Genfer Guillaume Girod in der Laser Standard Klasse. Er wurde bester Schweizer Lasersegler und holte sich Platz zwei in der Silver Fleet, was am Ende den 51. Schlussrang bedeutete. Guillaume reiste dabei als einer der unerfahreneren Segler innerhalb des Schweizer Teams nicht als Favorit zu den Wettkämpfen.
Allerdings schaffte es keiner der Schweizer Teilnehmer, sich unter den besten fünf zu qualifizieren und damit ein direktes Ticket zu den Olympischen Spielen zu ergattern. Hingegen gelang es diversen Athleten des Swiss Sailing Teams die Nationenqualifikation oder die Qualifikationskriterien von Swiss Olympic zu erfüllen, womit ein wichtiger Schritt hinsichtlich einer Teilnahme an den Olympischen Spielen gemacht wurde.
Mehr als 1100 Athleten aus insgesamt 78 Nationen traten bei der Weltmeisterschaft im australischen Perth gegeneinander an. Die Regatten fanden unter sehr wechselhaften Bedingungen statt, zum Teil sehr instabilen Wetterverhältnissen geprägt von leichten Winden bis hin zu plötzlich auftretenden Sturmböen.
Vincent Hagin, der künftige Präsident von Swiss Sailing zeigte sich beeindruckt vom grossen Engagement der Segler: „Ihr Kampfgeist ist vorbildlich und ermutigend mit nur noch sechs Monaten bis zu den Olympischen Spielen in London.“
Tom Reulein, der Chef der Schweizer Delegation, zeigt sich sehr zufrieden ob der gezeigten Resultate und vor allem über die Einstellung der Mitglieder des Swiss Sailing Team. „Unsere Athleten haben gezeigt, dass sie mental belastbar sind. Sie haben sich den schwierigen Situation gestellt und auch gemeistert. Die in Perth erlangten Resultate ermöglichen ihnen ausserdem, sich weiterhin mit Zuversicht auf die Olympischen Spiele von London vorzubereiten. Wir werden in den verbleibenden Monaten sehr hart arbeiten, um eine Medaille gewinnen zu können. Doch dieses Ziel ist nach wie vor erreichbar.“
Fotos: Ocean Images (1), Juerg Kaufmann (3)
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